Aufbruch in der Zukunftswerkstatt

Aufbruch in der Zukunftswerkstatt

In der Zukunftswerkstatt stehen Veränderungen an. Clemens Blattert SJ, der die Zukunftswerkstatt seit 2017 leitet, wird ab Juli sein Terziat in Salamanca beginnen und im April 2020 zurückkehren. In dieser Zeit wird Clemens Kascholke SJ die Leitung der Zukunftswerkstatt übernehmen. Den Exerzitiensommer wird Sr. Josefa Strunk mit der Unterstützung von Stefan Hofmann SJ und Martin Föhn SJ begleiten.

Sr. Josefa Strunk und P. Clemens Blattert SJ

Der Weg zum „fertigen“ Jesuiten ist lang. Die Ausbildung kann bis zu 20 Jahre dauern und was den Wenigsten bewusst ist: Auch Clemens ist seinen Ausbildungsweg noch nicht zu Ende gegangen. Die verschiedenen Stationen des Wegs zum „fertigen“ Jesuiten lehnen sich an die verschiedenen Lebensabschnitte des heiligen Ignatius von Loyola an: Die erste Stufe bildet das zweijährige Noviziat, daran schließt sich eine Phase des Studiums, gegebenenfalls auch einer zusätzlichen Berufsausbildung an – dieser Abschnitt kann gerne schon mal sieben bis acht Jahre dauern. Das Terziat ist eine letzte Phase der Prüfung, bevor sich Orden und Jesuit durch die letzten Gelübde endgültig aneinander binden.

Wie der heilige Ignatius in Manresa Zeit für Gebet und erste Erfahrungen oder Experimente in Gemeinschaft gefunden hat, haben die Bewerber im Noviziat Zeit, zu prüfen, wie ihr Weg mit Gott weitergehen kann. Das Scholastikat, also die Zeit des Studiums und der pastoralen Ausbildung, ist an Ignatius Zeit in Alcalá, Salamanca und Paris angelehnt. Bevor Ignatius Leben mit der Gründung des Jesuitenordens eine klare Form fand, wollten er und seine Gefährten sich eigentlich von Venedig aus ins Heilige Land aufmachen und dort als Missionare wirken. Ein ganzes Jahr warteten sie vergeblich auf ein Schiff. Dieser Zeit der erneuten Suche und Orientierung ist das Terziat nachempfunden.

Skulptur von Ignatius, in der Hand haltend das Buch (Konstitutionen der Gesellschaft Jesu) mit der Aufschrift: Ad maiorem dei gloriam in der Basilika von Loyola, Loiola Auzoa; 16; 20730; Azpeitia; (Baskenland) in Spanien, aufgenommen am 7.9.2015 von Christian Ender

Im Terziat leben etwa zehn Jesuiten aus ganz verschiedenen Ländern in der gleichen Ausbildungsphase gemeinsam in einer Kommunität. Noch einmal ist Zeit für das Studium der grundliegenden Dokumente des Ordens; ebenfalls ist diese Zeit dem Dienst an den Armen gewidmet. Zum zweiten Mal in seinem Jesuitenleben macht der Jesuit die großen, d.h. die 30-tägigen Exerzitien.
Clemens selbst sieht seinem Weggang gelassen entgegen: „Ich freue mich auf diese Auszeit und hoffe, das Jesuitische noch mehr entdecken zu können. Gleichzeitig fällt es mir auch ein wenig schwer, die Zukunftswerkstatt alleine zu lassen. Entscheidend ist, dass dieser Ort nicht durch mich, sondern durch den Freiraum, die Zeit mit Gott, die junge Leute hier erfahren können, einzigartig wird. Trotzdem bin ich froh, nach meiner Rückkehr die Arbeit in der Zukunftswerkstatt fortsetzen zu dürfen.“ An der Struktur und den Möglichkeiten, die die Zukunftswerkstatt bietet, wird sich in den zehn Monaten von Clemens Abwesenheit nichts ändern. Der Jesuit und im Oktober 2018 im Frankfurter Dom frisch geweihte Clemens Kascholke hat Deutsch und Religion auf Lehramt studiert und wird mit der Unterstützung von Pater Kentrup SJ für diese Zeit das Ruder übernehmen. [Eine ausführlichere Vorstellung von Clemens Kascholke folgt im Mai].

P. Clemens Kascholke SJ

Die großen Exerzitien wird Sr. Josefa Strunk leiten, die dem Orden der Armen Schulschwestern angehört und, ursprünglich Ärztin, ein Exerzitienhaus leitetet. Wie bei den Exerzitien in der Zukunftswerkstatt üblich, wird jeder der Sommerkurse von einer Frau und einem Mann geleitet. Sr. Josefa wird deswegen von Stefan Hofmann SJ und Martin Föhn SJ unterstützt werden. [Eine ausführliche Vorstellung von Sr. Josefa Strunk folgt im April]

Martin Föhn SJ

P. Stefan Hofmann SJ

„Es ist ein großes Glück, dass wir Sr. Josefa und Clemens Kascholke für die Zukunftswerkstatt gewinnen konnten. Beide haben Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen und werden die Zukunftswerkstatt auf ihre eigene Weise bereichern“, schließt Clemens ab.

 

Von Julia Schwarzer

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