Auf dem Weg zum Weltjugendtag

Auf dem Weg zum Weltjugendtag

Am Freitag ging es um 5 Uhr Früh am Flughafen Düsseldorf los, allerdings musste das Flugzeug wetterbedingt länger als erwartet am Boden bleiben. Deswegen verpassten wir unseren Anschlussflug in Madrid und konnten erst einen Tag später nach Panama fliegen. Schon im Flugzeug saßen viele Gruppen, die auch zum Weltjugendtag reisten. In Panama angekommen ging es nach der Koffersuche direkt ins Hotel, um etwas Schlaf nachzuholen – Zwischen Frankfurt und Panama City liegen schließlich 6 Stunden Zeitverschiebung.

Im Laufe des Sonntags trudelte die gesamte Delegation der Jugendkommission der DBK im Hotel ein, darunter der Jugendbischof Stefan Oster, Weihbischöfe aus verschiedenen Diözesen, Mitglieder der AFJ, Thomas Andonie und Dirk Bingener vom BDKJ und Vertreterinnen und Vertreter von Adveniat, die ein wichtiger Partner des Weltjugendtages sind.
Natürlich durfte auch der Sonntagsgottesdienst nicht fehlen, den wir bei den Salesianern feierten. Kurz nach dem Gottesdienst gab es einen landesweiten Stromausfall, der uns einen Strich durch die Organisationspläne machte. Statt also unsere Pilgerpässe abzuholen, verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag im Hotel, der bei einem gemeinsamen Abendessen ausklang.

Am Montagmorgen waren wir zu einem Hintergrundgespräch in der deutschen Botschaft in Panama eingeladen. Dort erfuhren wir unter anderem, dass der Weltjugendtag das größte Ereignis in Panama ist, das im ganzen Land voller Vorfreude erwartet wird, aber leider im Vorfeld auch zahlreiche obdachlose und drogenabhängige Menschen in Gebiete außerhalb der Stadt gebracht wurden. Um sie kümmern sich jetzt unter anderem christliche Organisationen. Die große Schere zwischen Arm und Reich war auch sonst immer wieder Gesprächsthema: Zwar gehört Panama durch den gleichnamigen Kanal zu den reicheren Ländern Mittelamerikas, das Geld ist jedoch ungleich verteilt. Die Kluft zwischen sehr reich und sehr arm ist groß. Eine Realität, die auch in Panama City ins Auge sticht.

Nach diesem Treffen hatten Sr. Magdalena und ich noch ein bisschen Zeit, die Altstadt zu erkunden. Ein paar Tage später hätten wir dazu keine Zeit mehr gehabt, denn während des Weltjugendtages würden wir ganz mit der Begleitung der Pilgerinnen und Pilger beschäftigt sein. In der Altstadt empfing uns die Ruine der Jesuitenkirche. Von dort aus gingen wir weiter über einen Markt, auf dem Kuna, Angehörige einer indigenen Volksgruppe, Handwerksgegenstände und Kleider verkauften und kamen schließlich zur Franziskuskirche. Sie ist Franz von Assis und Franz Xaver SJ geweiht – Aus einer der Schmuckborten grinsten mich dementsprechend auch einige heilige Jesuiten an.

Der Dienstag stand tagsüber ganz im Zeichen des Kennenlernens von Panama: Unsere Delegation besuchte ein Adveniat-Projekt, das etwa 30 Minuten außerhalb von Panama City lag. Vor Jahren hatten sich sieben Kuna-Frauen zusammengetan, um ein neues Dorf zu gründen, da das Überleben in der Hauptstadt fast unbezahlbar geworden war. Heute leben hier trotz aller Schwierigkeiten fast 1500 Kuna, die sich gemeinschaftlich organisieren. Wir wurden hier sehr herzlich empfangen, erfuhren vieles über die Arbeit von Adveniat und durften einer Zeremonie der Kuna beiwohnen. Aber damit war der Tag noch nicht zu Ende: Am frühen Abend war es Zeit für die Eröffnungsmesse, die sich durch die Dämmerung und in die Nacht hineinzog. Die Stimmung ist kaum zu beschreiben. Über meine Erlebnisse als Begleiter und “Berufungsexperte” auf dem Weltjugendtag gibt es dann demnächst noch etwas zu lesen.

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